Nach dem Herzinfarkt: Reha in einer Spezialklinik

Nach der Behandlung eines Herzinfarktes ist der Patient noch lange nicht wieder gesund. Der geschwächte Herzmuskel wird jetzt noch mehr beansprucht. Erst in einer Rehaklinik kommen Herzpatienten wieder zu Kräften.

Patienten, die einen Herzinfarkt erleiden, werden nach der Notoperation, in deren Verlauf die verschlossenen Arterien geöffnet werden, auf die Intensivstation verlegt. Hier steht der Kranke für ein paar Tage unter Beobachtung und bei den geringsten Anzeichen eines erneuten Infarktes können die Ärzte eingreifen. Das ändert sich, wenn nach einer oder zwei Wochen der Patient wieder aus dem Krankenhaus entlassen wird. Zwar sorgen die täglich einzunehmenden Medikamente dafür, dass sowohl der Blutdruck als auch der Cholesterinspiegel gesenkt werden, doch der Patient ist in seiner Konstitution merklich geschwächt. Nicht nur der Organismus ist durch den Herzinfarkt beeinträchtigt, auch die Psyche hat gelitten, denn oft fallen Herzpatienten in ein seelisches Loch, sobald sie wieder zu Hause sind. Die Angst vor einem erneuten Infarkt ist immer gegenwärtig.

Ärzte empfehlen ihren Patienten daher dringend, sich in eine Rehabilitationsmaßnahme zu begeben. Diese Nachbehandlung findet zumeist in einer speziellen Herzklinik statt, die vorzugsweise in einem Luftkurort liegt. Die Reha dauert je nach Schweregrad im Durchschnitt etwa drei bis sechs Wochen. In der Rehaklinik wird der Patient sowohl hinsichtlich einer geänderten Lebensführung als auch bezüglich der Wiedererlangung seiner körperlichen Konstitution an seinen zukünftigen Alltag herangeführt.

Im Verlauf der Reha lernt der Patient, welche Nahrungsmittel für ihn gesund oder ungesund sind und wie er die neue dauerhafte Diät in seinen Alltag integrieren kann. Hilfreich sind dabei die regelmäßigen Besuche der Angehörigen, die den Patienten in seiner neuen Lebensführung unterstützen können. Zu den wichtigsten Programmen gehört regelmäßiges und tägliches Ausdauertraining. In einer Rehaklinik erfahren Herzpatienten, wie sie ihre Fitness allmählich wieder steigern können. Dazu gehören Schwimmen, Spaziergänge an frischer Luft, Radfahren und Gymnastik. Bereits in der Klinik merkt der Patient, dass er durch anhaltendes Training wieder zu Kräften kommt. Dies ist sowohl für den Körper als auch für die Psyche wichtig, denn diese Erfolgserlebnisse steuern zur Stärkung des Immunsystems und des Herzmuskels bei.