Manche Menschen sind immer noch Euro Umrechner
In vielen Ländern bezahlt man inzwischen schon seit acht Jahren mit dem Euro. Umrechner, die die Preise in die alte Währung rechnen, um sie einschätzen zu können, gibt es aber immer noch.
Der in Deutschland relativ einfache Wechselkurs von D-Mark in Euro verführt auch nach acht Jahren noch viele dazu, die Europreise in D-Mark umzurechnen. Besonders ältere Leute, die ihr Leben lang mit der Mark gelebt haben, tun sich noch immer schwer mit der neuen Währung. In anderen Ländern haben Euro Umrechner es schwerer. Während man in Deutschland einfach mal zwei rechnet, um die gewohnten Preise zu erhalten, sind die Wechselkurse in anderen europäischen Ländern komplizierter. Die Gewöhnung an die neue Währung kann damit aber einfacher vonstattengehen.
Die meisten Euro Umrechner reagieren auf hohe Preise fast reflexartig mit der Aussage, wie groß der Betrag in D-Mark wäre. Da diese Zahl doppelt so groß ist wie der Europreis, ist auch die schockierende Wirkung umso größer. Viele vergessen dabei allerdings, dass seit der Einführung des Euro acht Jahre vergangen sind. Viele Ereignisse in Wirtschaft und Politik sorgten für eine Erhöhung der Preise. Dieselben Ereignisse hätten ohne den Euro auch, wenn nicht wesentlich wirkungsvoller, stattfinden können.
Die D-Mark galt in Deutschland mehr als fünfzig Jahre. Die Kaufkraft der Mark sank in dieser Zeit etwa mit derselben Geschwindigkeit, wie seither die des Euro. Der Unterschied ist der, dass mit dem festen Umrechnungskurs zwischen Euro und D-Mark ein Fixpunkt entstanden ist, mit dem nun verglichen wird. Spätestens seit der Mehrwertsteuererhöhung ist dieser Fixpunkt aber keine sinnvolle Referenz mehr. Insbesondere weil die Eurobeträge, durch die Zeit, die vergangen ist, inzwischen auch bei denen, die ständig umrechnen, als Vergleich präsent sind. Ein doppelt so hoher Betrag wird natürlich als unverschämt teuer wahrgenommen.
Die D-Mark gewann ihren guten Ruf durch die Zeit des Wirtschaftswunders. Mit der neuen Währung stieg die Kaufkraft in ungeahnte Höhen. Dies lag vor allem daran, dass eine Zeit des Mangels vom Wiederaufbau sehr erfolgreich beendet wurde. Der Euro dagegen begegnete uns zuerst in Zeiten des Abschwungs, der dann auch noch von einer weltweiten Wirtschaftskrise gekrönt wurde. Steuererhöhungen und Lohnkürzungen senkten die Kaufkraft des Einzelnen. So erhielt der Euro seinen Ruf als "Teuro".