Offene Immobilienfonds haben eine lange Geschichte.
Offene Immobilienfonds gibt es seit 1959 in Deutschland. Lange galt diese Form der Kapitalanlage als sehr sicher. Mit der Wirtschaftskrise bekamen auch diese Fonds finanzielle Probleme.
Im Rahmen von Kapitalanlagen werden sowohl offene Immobilienfonds wie auch geschlossene Immobilienfonds angeboten. Der erste Fonds dieser Art wurde 1938 in Schweiz aufgelegt, 1959 folgte Bayern und später Österreich, Spanien und Frankreich. Von den anfänglichen acht Fonds wuchs die Zahl im Laufe der Jahre (bis 2006) auf 31 Fonds an.
Bei offenen Immobilienfonds wird das Kapital des Anlegers in ein Grundstücksondervermögen von mindestens 15 Grundstücken, unter der Betreuung einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG), investiert. Im Gegensatz zum geschlossenen Immobilienfonds können bei entsprechendem Kapitalvermögen weitere Grundstücke erworben und dem Fonds zugeführt werden. Investitionen erfolgen überwiegend in Gewerbeimmobilien, häufig Bürohäuser, Hotels oder Einzelhandelsobjekte etc. Bevorzugt werden Immobilien mit bestehenden langfristigen Mietverträgen ohne Investitionsstau, marode oder unwirtschaftliche Objekte werden von den Fondsmanagern in der Regel abgelehnt. Anteile aus offenen Immobilienfonds können jederzeit gekauft oder verkauft werden. Die Liquiditätsreserve aus dem Fondsvermögen muss mindestens fünf Prozent und darf höchstens 49 Prozent betragen. Sinkt die Liquiditätsreserve unter fünf Prozent, muss der Fonds kurzzeitig geschlossen werden. Die gesetzlichen Regelungen finden sich im Investmentgesetz (InvG).
Es gibt offene Immobilienfonds, die thesaurierend arbeiten und solche, die direkt ausschütten. Bei einer thesaurierenden Anlage wird das erwirtschaftete Vermögen automatisch in neue Objekte investiert. Der Anleger bekommt seine Gewinne erst bei der Rückgabe des Anteilsscheines ausgezahlt. Die Gewinne errechnen sich, vereinfacht ausgedrückt, in dem die Mieteinnahmen und anderen Erträge addiert und davon die Zins- und Tilgungsleitungen, Verwaltungs-, Instandhaltungs- und Bewirtschaftungskosten sowie die Absetzung für Abnutzung wieder abgezogen werden.
Es werden klassisch zwei Investitionsstrategien bei Immobilienfonds angewandt, buy-and-hold und buy-and-sell. Buy-and-hold ist eine langfristige Orientierung mit einem Zeitrahmen von 10 bis 12 Jahren, bei buy-and-sell wird mit kurzfristigen Gewinnen spekuliert.